Umwidmung der Spendengelder des Tansania-Sponsorenlaufs 2018 zugunsten zweier Brunnenprojekte der Hilfsorganisation missio

Zu unserem großen Bedauern mussten wir im September 2020 zu dem Schluss kommen, dass die geplante Verbesserung der Wasserversorgung des Dorfs Utalingolo nicht durchführbar ist. Nach zweieinhalb Jahren intensiver Arbeit haben wir keinen Weg gefunden, wie in Utalingolo Trinkwasser gefördert werden kann. Wir haben u.a. hunderte E-Mails geschrieben, Kontakt mit verschiedenen deutschen wie tansanischen Firmen, Vereinen, Hilfsorganisationen und anderen Experten gehabt – leider konnten wir dabei den nötigen Durchbruch nicht erzielen. Der Hauptgrund für das Scheitern waren die schwierigen hydrogeologischen Voraussetzungen in Utalingolo. Deshalb beschlossen wir gemeinsam mit dem Pfarrer von Utalingolo, unsere Bemühungen aufgrund nicht mehr vorhandener Aussichten auf Erfolg abzubrechen.

Schwierige hydrogeologische Voraussetzungen in Utalingolo
Ein erstes hydrologisches Gutachten erbrachte im Juni 2018, dass in Utalingolo in 80-100 m Tiefe Grundwasser vorhanden ist. Die Bohrung eines Tiefbrunnens scheiterte im August 2018 daran, dass das Bohrloch immer wieder versandete. Im Herbst 2019 wurde mit einem kleinen Teil unserer Spendengelder ein Tank zur Sammlung von Regenwasser im Dorf gebaut. Weitere Tanks würden die Trinkwassersituation allerdings nicht ausreichend verbessern. Der für uns vielversprechendste Versuch der Realisation unseres Projekts war die Zusammenarbeit mit der tansanischen Organisation SHIPO, welche im Mai 2020 ein neues hydrologisches Gutachten in Utalingolo durchführte. Der sich aus der Untersuchung ergebende Vorschlag, Wasser aus einem Fluss ins Dorf zu pumpen, überstieg unser Budget leider um ein Vielfaches. Zunächst hofften wir noch, dass SHIPO durch Verzicht auf nicht zwingend notwendige Komponenten ein bezahlbares Angebot machen kann. Dies war aber nicht der Fall. Es konnte in Zusammenarbeit mit SHIPO auch kein anderer Weg zur Wasserversorgung des Dorfes gefunden werden. Seit September sehen weder wir, noch SHIPO, noch die Verantwortlichen in Utalingolo noch Wege, wie die Wasserversorgung Utalingolos innerhalb des gegebenen Rahmens (Budget, gesicherter Erfolg etc.) verwirklicht werden könnte.
Für die Durchführung der beiden Gutachten, die Fehlbohrungen und den Bau des Regenwassertanks wurden in Utalingolo ca. 2500€ ausgegeben.

Neuer Verwendungszweck der Spendengelder
Bei unseren Überlegungen dazu, was nun mit den verbliebenen Spendengeldern des Sponsorenlaufs geschehen könnte, stießen wir auf zwei Trinkwasserprojekte des internationalen Missionswerks missio: Im Dorf Nyungwe in Malawi und im tansanischen Dorf Gunyoda wird jeweils ein Brunnen gebaut. Wir führten eine formale Umwidmung unserer Spendengelder zugunsten dieser Projekte durch. Seitens der Spenderinnen und Spender gab es keine Einwände dagegen; es wurden keine Spenden zurückgefordert.  Somit konnte die volle verbliebene Spendensumme 19.845,55 Euro an missio überwiesen werden. Missio kümmert sich mit viel Expertise um die Abwicklung der Projekte und wird uns Bericht erstatten. Unsere Spendengelder können somit wie vorgesehen zur Verbesserung der Trinkwasserversorgung in Afrika eingesetzt werden, nur eben an einem anderen Ort als geplant. Damit können wir darauf vertrauen, dass unsere Spendengelder sinnvoll, zweckgemäß und nachhaltig investiert sind.

Mehr Informationen zu den Brunnenprojekten in Nyungwe und Gunyoda sind hier zu finden.

Ausblick

Für die Menschen in Utalingolo und natürlich auch für uns ist es sehr bedauerlich, dass wir unser ursprünglich geplantes Projekt nicht umsetzten können. Allerdings ist es auch ein sehr schöner Gedanke, nun hoffentlich gleich zwei Dörfern zu einer besseren Trinkwasserversorgung zu verhelfen. Mit Utalingolo wollen wir weiterhin verbunden bleiben. Gerne würden wir auch zukünftig Projekte in Utalingolo unterstützen, wenn auch in deutlich kleinerem und damit leichter zu realisierendem Rahmen.

Ausführliche Informationen finden Sie in unserer Chronik.

Berichte von Daniel Lobenhofer

Bei Fragen oder Anregungen wenden Sie sich gerne direkt an Daniel Lobenhofer (d.lobenhofer@online.de) oder an das Pfarrbüro.